Lüften Sie – aber mit Köpfchen!

10. Dezember 2020

Das Thema Lüften hat durch Covid-19 noch eine neue Facette bekommen und ist in aller
Munde. Mit einer festen Routine kann man viel für das Raumklima und die Gesundheit
tun. (Diejenigen unter Ihnen, die in einem Fachwerkhaus leben, sind hier per se im Vorteil!)


Lüften im Winter:

Die Außentemperaturen sind niedrig, wir heizen die Innenräume auf
Wohlfühltemperatur. Da ist nicht jeder sofort dabei, mal eben die Fenster zu
öffnen, denn Heizen ist ja auch teuer.
Trotzdem ist ein Luftaustausch sinnvoll und notwendig, damit der Sauerstoffgehalt
aufgefüllt, schlechte Gerüche entweichen  und der Feuchtigkeitshaushalt reguliert wird.

Die Stoßlüftung funktioniert so:

– mehrmals täglich, als ideal gilt 4 mal täglich.

– in Corona-Zeiten in Mehrpersonenhaushalten wegen der Aerosole eher mehr.

– kurz und knackig, 5 – 10 Minuten sind ausreichend.

– Fenster alle so weit wie möglich öffnen (Kippen reicht nicht!); Zimmertüren geöffnet lassen

– Heizung in dieser Zeit ausmachen.

– nachts Fenster geschlossen halten mit Ausnahme der Schlafzimmer.

Damit erreichen wir einen schnellen Luftaustausch, Senkung der Raumfeuchte (!) und
die Innenraumtemperatur sinkt kaum ab. Und wir sparen Energie.

Bei den Schlafzimmern ist es sinnvoll, vor dem Zubettgehen etwas länger zu lüften. Damit sorgen Sie
für eine angenehme Einschlaftemperatur und eine niedrige Luftfeuchtigkeit. Über Nacht sorgen Mensch und Tier beim Ausatmen für eine deutliche Erhöhung der Raumfeuchte. Deshalb ist nach dem Aufstehen erneutes Stoßlüften sinnvoll. Damit beugen Sie auch Schimmelbildung vor.

Im Wohnzimmer oder Home Office, wo wir uns lange am Stück aufhalten, wird es gerne zu trocken und die Winterluft trägt noch dazu bei. Trinken Sie besonders viel im Winter und sorgen Sie bei trockenen Schleimhäuten für Raumbefeuchtung. Ein Hygrometer hilft Ihnen bei der Einschätzung. Dies sollte allerdings weder am Fenster noch in der Nähe der Heizquelle angebracht sein. Als ideal gilt ein Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft zwischen 40 und 60 %.

In Bad und Küche gilt: nach dem Bad oder dem Duschen bzw. nach dem Kochen unbedingt lüften, um die Räume zu entfeuchten.

Der unbewohnte, nicht beheizte Keller kann im Winter anders behandelt werden: hier ist eine Dauerlüftung mit gekippten Fenstern absolut in Ordnung.

 

Lüften im Sommer:

Bei hohen Außentemperaturen und entsprechend hoher Luftfeuchtigkeit sollte sich unser Lüftungsverhalten verändern:

– morgens sehr früh und abends nach Sonnenuntergang

– Querlüften wie im Winter: Fenster weit öffnen, Zimmertüren auch

– gerne 15-30 Minuten

In der Übergangszeit Frühling und Herbst passen wir uns am besten den gefühlten Temperaturen an:
müssen wir noch oder schon  heizen, richten wir uns mehr nach Winterplan, ansonsten machen wir es wie im Sommer, nur vielleicht etwas kürzer.

 

Aus langjähriger Erfahrung können wir sagen, dass richtiges Lüften nicht nur für die Gesundheit sinnvoll ist, sondern auch gelebter Bautenschutz ist.

Sollten Sie Wäsche in der Wohnung in der Wohnung trocknen, ist häufiges Lüften – egal zu welcher Jahreszeit ein Muss!


In diesem Sinne: kommen Sie gut durch den Winter und bleiben Sie gesund!